Susanne Ristow

Künstlerin und Kulturvirologin

VIROLUTION

Kunst, Medien und Wissenschaft im offenen Austausch: Nicht erst seit März 2020 kann man vom Virus lernen, was es mit Ansteckung und Evolution in Biologie und Technologie wie auch in der Kunst auf sich hat. Künstlerische Forschung bedeutet Experiment und Prozess in neuen Bildproduktionen anschaulich zu kommunizieren. Seit 2010 erforscht die Düsseldorfer Künstlerin, Medienwissenschaftlerin und leidenschaftliche Kunstvermittlerin Dr. Susanne Ristow Viren und Viralität. Sie hat seit 2014 zahlreiche Projekte und Angebote dazu realisiert.

Beschreibung der Arbeitsweise mit Kindern und Jugendlichen

Die Denkfigur des Virus dient als Modell für die wichtigsten Kulturtechniken der Gegenwart: Copy + Paste, kopieren, teilen, schneiden und verändern, das sind die wesentlichen Elemente der künstlerischen Arbeit am Bilderberg der Massenkultur. Künstler*innen haben schon früh (Dada, Fluxus) die infektiösen Potentiale von Mikroben gewürdigt: Die Collage ist viral, das Cut-Up, die Montage und das musikalische Sampling und Mixing setzen diese Tendenz fort. In der Praxis bedeutet dies, Bildmotive zu entwickeln und sie durch Kopie und Collage mutieren zu lassen, neue Formen zu entwickeln, bunte Kunstviren in die Welt zu setzen. Dies kann auch sehr wörtlich genommen werden als Sticker oder Paste Up im urbanen Raum oder als gezielte Gestaltungsaktion mit den Mitteln der Street Art. Aber auch kleine, feine Sammlungsprojekte, mathematische Modelle, Kostümierungen, Videoarbeiten, Fotoaktionen und gerne auch Kombinationen mit Musik und Theater sind in der viralen Wunderkammer "VIRABILIA" schon von Kindern ab vier Jahren entdeckt und beschrieben worden. Im Mittelpunkt dieser für alle Altersgruppen frei zu modifizierenden Workshops, die problemlos auch online stattfinden können, steht die Verbundenheit der Dinge: Das Virus zeigt uns auf sehr anschauliche Weise, daß wir alle Teil der gleichen Evolution (Virolution) und eines gemeinsamen Weltkörpers sind. Und daß wir Veränderungen (Mutationen) brauchen, um zu überleben.

Künstlerische Vita

Susanne Ristow (*1971 in Lübeck) ist interdisziplinär tätige Künstlerin, Museologin und Medienwissenschaftlerin. Zeichnung, Graphik, Malerei, Video, Performance, Installation, Skulptur, Artistic Research – sie selbst fasst alle Disziplinen zu dem Begriff BILDNEREI zusammen. Die Düsseldorfer Künstlerin ist weltweit nicht nur mit Ausstellungsprojekten präsent, sondern auch als leidenschaftliche Kunstvermittlerin. In großen Zeichenzyklen wie der „Agitatorischen Zeichnung“, den „Einsamen Helden“, dem „Adonis Depot“, „Infectious Basterds“, „Viral Love“ oder „Trickster“ erprobt sie die infektiösen wie partizipativen Möglichkeiten von Bildern, Texten und Aktionen im öffentlichen Raum. In Performancevorträgen und Interaktionen mit Kollaborateuren entwickelt sie mithilfe der Denkfigur des Virus komplexe Zusammenhänge zwischen Kunst und Wissenschaft. Aktuell ist sie mit dem neuen Dialogformat „AMBULANZ ////// Doc Su & Trickster“ unterwegs, um grundsätzliche Fragen der Kulturvirologie im regionalen und internationalen Kontext zu behandeln. Außerdem ist sie Initiatorin des Düsseldorfer Kooperationsbündnis Kunstvirus (Bündnis KV2020), online unter: wwwkv2020.de und engagierte Betreuerin eines ehrenamtlichen Kunsttransfers Düsseldorf-Neapel namens CAPRIBATTERIE, online unter www.capribatterie.com
weiter Infos zur Person und zum Werk auf der persönlichen Internetseite: www.susanneristow.com

Künstlerisch-pädagogische Vita

Susanne Ristow hat nach einem Studium der Freien Kunst seit den 1990er Jahren in Modellprojekten als Künstlerin in Schulen gearbeitet, ist seit 1997 als Museumspädagogin und Kunstvermittlerin im Kunstpalast/Düsseldorf, seit 2004 im Lehmbruckmuseumseit/Duisburg, seit 2007 auch in der Kunstsammlung NRW. Sie hat im Auftrag des Goethe Institutes International als Kunstvermittlungsexpertin zahlreiche internationale Projekte und Seminare in China, Zentralasien und Südamerika geleitet. Aus den Erfahrungen mit kulturellen Ansteckungsprozessen entwickelte sie die Denkfigur des "Virus als Medium", ihre Dissertation zum Thema Kulturvirologie im Fachbereich Medien- und Kulturwissenscahft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erschien 2019. Ristow versteht Kunstvermittlung als radikales Kommunikationsangebot und hat jahrzehntelange Erfahrungen im Umgang mit Menschen und Bildproduktionen im Museum und in der Werkstatt. Von der Frühpädagogik bis zum wissenschaftlichen Kolloquium, vom professionellen Teambuilding bis zur künstlerischen Stadterkundung für Kinder und Jugendliche versteht sie es, Menschen aller Ziel- und Altergruppen für Inhalte der Kunst zu begeistern. Außerdem hat sie intensiv an der Inklusion von dementiell veränderten Menschen, Blinden- und Sehbehinderten, Hörgeschädigten und Förderschülern mit unterschiedlichsten Handicaps gearbeitet und verfügt über eine bemerkenswerte interkulturelle Kompetenz. Sie war neben zahlreichen individuellen Projekten an Programmen wie "Künstler in Schulen", "Jugend, Kultur + Schule", "Kultur + Schule", "Kinder zum Olymp" sowie an einer Delegation des Bundesverbandes Museumspädagogik in Japan beteiligt.

Beispielprojekte

VOM VIRUS LERNEN (seit 2020) Online-Seminare und Corona-Workshops in technologischer Kooperation mit Birgit Gosejacob
AMBULANZ/////DOC SU & TRICKSTER (seit 2019)
Kulturvirologische Dialoge an wechselnden Orten im öffentlichen Raum
VIRAL ART.Wechselwirkungen zwischen urbanen Interventionen und Internet. (2019/2020) Seminar mit Studierenden der Heinrich-Heine Universität
VOM FREMDEN ANSTECKEN LASSEN (2017) Düsseldorfer Kongress „Kinder zum Olymp!“ (Kulturstiftung der Länder)
VORSICHT; ANSTECKEND! EXPERIMENTE MIT BILDERN (2017)
Interaktive Ausstellung Kunstpalast Düsseldorf
VIRABILIA (seit 2014) Interdiszilpinäre Projekte mit Kunstviren in Düsseldorfer Schulen und Kindergärten, insbesondere auch für Internationale Klassen
VIRAL ATTAC (2013) Infektiöse Kunstüberfälle in Südamerika (Universität La Paz, Goethe Institute von Cordoba, Lima und Bogotà)

Organisatorische Hinweise

Die Angebote zu "Kulturvirologie", "Virabilia" und "Viral Art" sind nur im Block oder als Projekttag buchbar. Besondere Expertise in der Kombination von Fortbildungen für Lehrer und Erzieher im gemeinsamen Workshop mit Kindern und Jugendlichen.

Sprachen: Alle Angebote in Deutsch, Englisch und Italienisch möglich.

Wenden Sie sich direkt an den/die Künstler/-in. Sollten darüber hinaus Fragen bestehen, können Sie Ihren Bedarf mit den Koordinator/-innen (siehe Koordination des entsprechenden Programms) besprechen. Bei grundlegenden Fragen können Sie sich auch gern an Bettina Kratzsch vom Kulturamt Düsseldorf wenden: 0211- 89.96132.

Angebot für

Menschen mit besonderem Förderbedarf Menschen mit besonderer Begabung Menschen mit internationalem Hintergrund 0-3 Jahre 3-6 Jahre 6-10 Jahre 10-14 Jahre 14-18 Jahre 18-25 Jahre Ü25 Jahre Senior*innen Generationsübergreifend Familien Kita Schule Pädagogische Fachkräfte

Altersgruppe

4 - 99 Jahre

Sparte

spartenübergreifend Medien Bildende Kunst und Kunsthandwerk Film und Fotografie Nachhaltigkeit und Umwelt Natur Technik, Forschen und Experimentieren

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Programme

Das städtische Programm "Jugend, Kultur und Schule" ist ein ressortübergreifendes Bildungsprogramm. Es startete im zweiten Schulhalbjahr 2002/03 und wird gemeinsam von Kulturamt und Schulverwaltungsamt umgesetzt. Beteiligen können sich Künstler*innen der verschiedenen Sparten und Kulturinstitute.